Hannover 96 – SpVgg Greuther Fürth – Für Niko Gießelmann wird es eine ganz besondere Partie

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Nach dem euphorischen Start auf dem Betzenberg (4:0) am letzten Freitag, steht am kommenden Sonntag um 13:30 die Saisonpremiere vor heimischem Publikum an. 28.000 Tickets sind laut Hannover 96 bereits für das Match mit der SpVgg Greuther Fürth abgesetzt worden. Eine Kulisse von über 30.000 Zuschauern in der HDI-Arena kann also erwartet werden. Es wäre ein guter Zuschauerschnitt zu Beginn, bei einem Gegner, der zwar ebenfalls beachtlich gut in die Saison gestartet ist (1:0 gegen TSV 1860 München), aber sonst nicht all zuviel sportliche und äußere Strahlkraft mitbringt. Umso schöner, dass viele Zuschauer trotzdem den Weg ins Stadion finden werden, um die Roten weiter Richtung Wiederaufstieg zu pushen.

Geheimfavorit mit gefährlichem Konterspiel

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Greuther Fürth zählt eher nicht zu den Aufstiegsaspiranten in dieser Zweitligasaison. Wenn dann kann das Team von Trainer Erich Ruthenbeck eher als Geheimfavorit bezeichnet werden. Das 4-2-3-1 Spielsystem setzt auf schnelle Konter über die offensive Dreierreihe um den bundesligaerfahrenen Sebastian Freis, den Norweger Veton Berisha und den österreichischen Torschützen vom vergangenen Sonntag: Robert Zulj. Im Zentrum wartet Mittelstürmer Ante Vukusic auf verwertbare Zuspiele.

96 muss also Obacht auf das Konterspiel der Kleeblätter geben, welche sich wohl auch ausschließlich darauf konzentrieren werden. Hinten sicher stehen und ab und zu schnell über die Dreierreihe kontern, wird die taktische Marschroute der Gäste sein. Die Roten müssen also daheim das Spiel machen und verlieren hoffentlich nicht die Geduld an einem kompakt stehenden Gegner, der auch schon die Münchener Löwen gut im Griff hatte.

96 gewann die letzten beiden Aufeinandertreffen in der Bundesliga

Die letzten beiden Partien gegen die Spielvereinigung aus Fürth entschieden die Roten für sich. Das Heimspiel in der englischen Woche am 27.11.2012 gewann 96 durch Tore von Mame Diouf und Mario Eggimann souverän und ungefährdet mit 2:0. Das Rückspiel in der Trolli-Arena verlief dafür umso turbulenter. Nach Führungstreffern von Mohammed Abdellaoue (1:0) und Andre Hoffmann (2:1), egalisierte Nikola Djurdjic beide Male die Führung im Frankenland, ehe Sergio da Silva Pinto drei Minuten vor Schluss freistehend nach einer Ecke den Auswärtssieg bei den Kleeblättern besiegeln konnte.

Im Fußballunterhaus trafen beide Teams insgesamt zwölf Mal aufeinander. Sechs mal gingen die Roten als Sieger vom Platz, nur zwei Mal gelang den Kleeblättern ein Erfolg. Legendär und unvergessen natürlich das 5:1 in der Aufstiegssaison 2001/2002 in Fürth, welche auch als „Jan Simak Show“ seinen Weg ins Videoarchiv von Youtube gefunden hat:

Die statistische Bilanz spricht also eher zugunsten von Hannover 96. Da auch keine große Rivalität zwischen beiden Mannschaften erkennbar ist, wird es am Sonntagnachmittag ein entspanntes und für 96 hoffentlich auch erfolgreiches Match gegen die Gäste aus Fürth. Lediglich für einen Profi auf dem Rasen der HDI-Arena wird dieses Spiel aber von ganz besonderer Bedeutung sein.

Niko Gießelmann kehrt nach Hannover zurück

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Für den 24-Jährigen Linksverteidiger von Greuther Fürth wird die Partie am Sonntag etwas ganz besonderes sein. Niko Gießelmann ist gebürtiger Hannoveraner und hat seit der U-17 für alle U-Mannschaften von Hannover 96 gespielt. 2013 verließ die zweite Mannschaft von Hannover 96, um sich ablösefrei Greuther Fürth in der zweiten Bundesliga anzuschließen.

Dort ist er sofort Stammspieler geworden und hat für die Kleeblätter bisher 100 Spiele absolviert, sieben Tore erzielt und elf Treffer vorbereitet. Gießelmann ist von Beginn an zu einer festen Größe bei der Spielvereinigung herangewachsen, welche nur ungerne auf seine Dienste verzichten.

Sein erstes Spiel in seiner Geburtsstadt Hannover wird aber nun gegen, anstatt für 96 sein. Etwas tragisch für ihn und Hannover 96, da dem 1,79 m großen Linksfuß seinerzeit eine gute Chance in der Profimannschaft der Roten eingeräumt wurde. In seiner dritten Saison bei Hannover 96 II blühte Gießelmann unter Coach Valerien Ismael regelrecht auf: Er erzielte zehn Treffer in 32 Partien in der Regionalliga Nord und weckte so das Interesse der Fürther.

Zweimal berief Mirko Slomka Gießelmann 2012 in den Profikader, doch weder beim 4:0 Auswärtssieg in Wolfsburg, noch beim eher enttäuschenden 0:0 Gruppenspiel gegen Twente Enschede daheim in der Europa League konnte Gießelmann zu Einsatzminuten für 96 kommen.

Da sich keine Chance mehr für den damals 21-Jährigen in Hannover abzeichnete, suchte er sein Glück bei Greuther Fürth und fand es schließlich dort. Für Hannover 96 äußerst ärgerlich, da man nicht nur ein talentiertes Eigengewächs, sondern als gebürtigen Hannoveranner auch eine potentielle Identifikationsfigur für den Verein verloren hat.

Am Sonntag nun die Rückkehr in die Heimat und damit die Chance sich nochmal bei 96 zu präsentieren. Wer weiss, vielleicht ist eine Rückkehr ähnlich wie bei Niklas Füllkrug möglich. Vor allem vor dem Hintergrund, dass sein Vertrag in Fürth im nächsten Sommer endet.

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