Na geht doch! – Der doppelte Schulz bringt die Hoffnung zurück

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Die Roten können doch noch gewinnen! Nach zuletzt acht Niederlagen in Serie gelang am Samstag beim VFB Stuttgart endlich der erste Sieg im Jahr 2016, welcher zugleich auch der erste Erfolg für das Trainerteam um Thomas Schaaf bedeutet. Mit verändertem Spielsystem und umgestellter Mannschaft gelang Hannover 96 ein Aufbäumen, welcher dank zweier verheisungsvoller Debüts und einem treffsicheren Kapitän wieder Anlass zur Hoffnung im Abstiegskampf birgt.

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Raus aus der Abstiegskrise! – 96 braucht einen schnellen Dreier!

Nichts war es am Freitag mit dem ersten Sieg im Jahr 2015 und dem langersehnten und wichtigen Dreier im Abstiegskampf. Dabei waren die Roten trotz sehr schwacher Leistung durch das Stochertor von Christian Schulz in der 75. Minute doch auf einem guten Weg, die Zeit von elf sieglosen Spielen endlich zu durchbrechen. Doch die eigene Passivität nach der Führung und ein schöner Treffer von Valentin Stocker in der 83. Minute verhinderten den Befreiungsschlag aus dem Tabellenkeller.

Wieder nur ein Unentschieden und das in einem Heimspiel gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf. Das ist deutlich zu wenig im Hinblick auf die verbleibenden Spiele der kommenden Wochen. Nächste Woche tritt die Elf von Trainer Tayfun Korkut in Leverkusen an, danach folgt die Heimpartie gegen Hoffenheim und am 31. Spieltag wartet eine schwere Auswärtsaufgabe beim Tabellenzweiten aus Wolfsburg. Gegen diese drei Mannschaften wird es bei den aktuell gezeigten Leistungen wohl nur wenig bis gar keine Punkte geben, sodass sich im absolut negativen Verlauf Hannover 96 nach diesen Partien auf einem Abstiegsplatz wiederfinden könnte. Danach in den verbleibenden zwei bis drei Spieltagen noch die Rettung zu schaffen, ist zwar dann wohl immer noch möglich, jedoch bleibt fraglich ob dies dann auch immer noch aus eigener Kraft oder nur mit Hilfe der anderen Teams erreicht werden kann. Somit ist jeder erzielte Sieg in den nächsten Begegnungen sprichwörtlich Gold wert, um sich frühzeitig aus der Abstiegszone zurück zu ziehen.

Natürlich ist positiv zu vermerken, dass dieser Punktgewinn am Freitag gegen die Hertha aus Berlin noch sehr wichtig werden kann in der Endabrechnung der Tabelle. Dieser eine Zähler kann im extremsten Fall zwischen Abstieg oder Klassenerhalt entscheiden, sodass man vielleicht in der Rückschau noch einmal sehr glücklich sein wird, diesen Punkt geholt zu haben. Doch die Mannen im 96-Dress verpassten die große Chance frühzeitig einen ersten großen Schritt zum Klassenerhalt zu machen bzw. diesen vielleicht schon perfekt zu machen.

Um also aus der Abstiegskrise endlich zu entrinnen braucht 96 einen schnellen Dreier!

Und dieser hat gleich mehrere positive Wirkungen auf das Team und die aktuelle sportliche Gesamtkonstellation:

Den Kopf frei bekommen

Ein Sieg nach nun mehr 12 sieglosen Spielen ist unglaublich wichtig für die Roten, um das eigene Selbstvertrauen wieder zu finden und den Kopf vom aktuellen Negativtrend zu befreien. Fußball ist Psychologie, da kann ein Sieg neue Kräfte entfalten und das Team befreiter aufspielen lassen. Um einen solchen Effekt in dieser Saison wahrnehmen zu können, muss man nur nach Bremen schauen. Ein bis zwei Siege in Serie und schon hat man einen kleinen positiven Lauf. Tore lassen sich dann leichter erzielen und man hat in solchen Situationen oftmals auch das Glück in den entscheidenden Situationen auf seiner Seite. Der Frust kann und soll sich sprichwörtlich von der Seele „geballert“ werden.

Ein Sieg könnte schon für den Klassenerhalt reichen

Auch wenn man es nicht glauben mag, aber ein einziger Dreier könnte bereits zum Klassenerhalt reichen. Vorausgesetzt die Konkurrenten in der Abstiegszone helfen mit und punkten auch so gut wie gar nicht mehr. Und das ist bei Betrachtung der letzten Jahre übrigens auch gar nicht so unrealistisch. Der HSV ging im letzten Jahr mit nur 27 Punkten in die Relegation. Die Hamburger holten in der letzten Saison unter Ex-96-Coach Mirko Slomka nur einen Sieg in den letzten sechs Spielen. Vor zwei und drei Jahren reichte der TSG Hoffenheim und Hertha BSC 31 Punkte für die Relegation. Die Sinsheimer holten aber auch im Schlussspurt kräftig auf und machten acht Punkte in den letzten sechs Spielen gut. Die Berliner schafften unter dem damaligen Trainer Otto Rehagel noch am letzten Spieltag den Sprung auf Platz 16. Dabei gab es eine Punkteausbeute von fünf Zählern in den letzten sechs Partien. 32 Punkte können also schon problemlos zum Klassenerhalt reichen, auch ohne den Umweg über die Relegation zu gehen. Ein Sieg von 96 ist dafür aber möglichst schnell nötig, um sich mit 32 Punkten vielleicht schon frühzeitig zu retten.

Druck auf die Mitkonkurrenten setzen

Ein schneller Dreier hilft, um die Mitkonkurrenten im Tabellenkeller unter Druck zu setzen. Wenn man selbst gewinnt kann man nicht nur einmal kurz durchatmen, sondern setzt auch die anderen Mitstreiter unter psychologischen Druck. Diese müssen ja möglichst fix nachziehen und viele Mannschaften können mit diesen teils ungewöhnlichen Drucksituationen nicht umgehen. Sie zerbrechen daran oder scheitern trotz großer Mühe an eben doch starken Gegnern im Schlussspurt der Liga. Mit einem flotten Dreier reicht man bildlich gesprochen den „Schwarzen Peter“ Abstieg in die zweite Liga an ein anderes Team weiter. Entweder reicht die betroffene Elf diesen ebenfalls noch mit sportlichen Erfolgen an eine andere Mannschaft weiter oder behält diesen bis zum Schluss und muss konsequenterweise den bitteren Gang in das Unterhaus des deutschen Fußballs antreten.

Also her mit dem schnellen Dreier liebe Roten, um der Abstiegskrise fix von der Schippe zu springen.