Absteigen, aber wie? – Verliert Hannover 96 die Gunst der Zuschauer?

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Nach der siebten Niederlage in Folge und dem fünften sieglosen Spiel in der Rückrunde unter der Regie von Trainer Thomas Schaaf dürfte der Abstieg in die Zweitklassigkeit wohl realistisch betrachtet nicht mehr zu verhindern sein. Der grusselige Auftritt der Mannschaft beim 0:1 gegen den FC Augsburg gibt dabei wenig Anlass zur Hoffnung, dass sich noch etwas zum Positiven wendet, obwohl rechnerisch immer noch der Klassenerhalt möglich ist.

Auch wenn ein Abstieg sportlich gesehen eine ziemliche Katastrophe darstellt und niemals irgendetwas positives beeinhaltet, so ist der sich andeutende Gang in die Zweitklassigkeit weit weniger schlimm als der Umstand, wie sich dieser Abstieg schrittweise abgezeichnet und vor allem wie sich die Mannschaft von Hannover 96 dabei präsentiert hat. Verlieren die Roten die Gunst ihrer Fans und Zuschauer aufgrund desolater Leistungen?

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Ron-Robert Zieler wird Hannover 96 am Ende der Saison verlassen

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Es zeichnet sich deutlich ab, das 96-Schlussmann Ron-Robert Zieler Hannover 96 am Ende der Spielzeit verlassen wird. Darauf deuten mehrere Aussagen, Meldungen und sportliche Entwicklungen hin.

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Campeón de América – Miiko Albornoz gewinnt mit Chile die Copa América 2015!

Mit Ron-Robert Zieler hat Hannover 96 ja bereits einen Weltmeister in seinen Reihen. Und nun kommt ein weiterer internationaler Titel hinzu. 96-Linksverteidiger Miiko Albornoz schaffte mit der chilenischen Nationalmannschaft die Sensation und sicherte sich im Heimatland zum ersten Mal die Südamerikameisterschaft gegen die argentinische Elf um Lionel Messi.

Albornoz sieht die zweikampfintensive und temporeiche Partie nur von der Bank

Dabei kam Albornoz jedoch nicht zum Einsatz und musste folglich 120 Minuten von der Bank zu sehen, wie sich seine Kollegen von Beginn an eine zweikampfintensive und temporeiche Partie gegen den Vizeweltmeister lieferten. Chancen gab es hüben wie drüben nur wenige zu bestaunen. In den ersten 45 Minuten kam Lavezzi für Argentinien kurz vorm Pausentee zu einer guten Chance und vergab kläglich vor Chiles Torhüter Claudio Bravo. Im zweiten Durchgang verzog Alexis Sánchez in der 82. Minute Volley eine hervorragende Tormöglichkeit, ehe Gonzalo Higuaín sprichwörtlich in der letzten Sekunde der Nachspielzeit eine dicke Möglichkeit zum alles entscheidenden Treffer verpasste.

In der Verlängerung kam es zum gewohnten Bild, beide Teams neutralisierten sich weitestgehend. Lediglich in der 105. Minute konnte Javier Mascherano nach einer Ecke für die Albiceleste, dem schnellen Ansturm von Alexis Sánchez nicht standhalten, sodass sich dieser flink den Ball vom Routinier abluchste und auf das Tor der Gauchos stürmte. Doch Sánchez behielt nicht die Nerven und ballerte den Ball in den Nachthimmel von Santiago de Chile.

Deutlich besser machte er es dann im daran anschließend folgenden Elfmeterschießen. Sanchez verwandelte cool und lässig mit einem Heber in die Mitte des Tores zum entscheidenden 4:1 Siegtreffer. Zuvor vergaben für Argentinien Gonzalo Higuaín, welcher den Ball über den Querbalken setzte und Éver Banega, welcher an Schlussmann Claudio Bravo scheiterte. Unter 50.000 Fans und einem imposanten Feuerwerk feierte der Gastgeber seinen historisch einmaligen Triumph.

Feuerwerk Santiago de Chile

Glückwunsch Chile zum ersten Copa América Titel! Und Glückwunsch natürlich an unsere Nummer drei, Miiko Albornoz, welcher sich nun Südamerikameister nennen darf :).

Chile Champion

Dieser Titel wird ihm auch bei den Roten in der bevorstehenden Saison ordentlich Auftrieb geben. Auch wenn er im Finale nur zu sehen durfte, so absolvierte Albornoz immerhin zwei der möglichen sechs Partien und konnte letztlich nicht nur einen Beitrag zum Titelgewinn leisten, sondern vor allem viele neue Erfahrungen sammeln, welche ihm sicherlich bei seiner weiteren Karriere bei Hannover 96 nützlich sein werden.

Nimm zwei! – Sturmvitamine und Torenaschen

Tayfun nimm zwei!

Denn wie schon der Hersteller der gleichnamigen Bonbonmarke titelt, soll man zwei Bonbons dieser Sorte zu sich nehmen, um eine wirksame Ergänzung des Vitaminhaushaltes zu erreichen. Und auch Korkut sollte für den Freitag in die Taktiktüte greifen und zwei Stürmer für die Startformation wählen. Dadurch bekommt die Offensive die Extraportion Sturmvitamine mit Joselu und Didier Ya Konan verabreicht und das Torenaschen macht dann auch wieder Spaß.

Da die Hertha aus Berlin mit ihrem 4-5-1 Spielsystem eher defensiv ausgerichtet ist und bisher in der laufenden Spielzeit nicht gerade mit Offensivspektalen glänzen konnte, ist von den Mannen aus der Hauptstadt auch am Freitag nicht viel in Richtung Ron-Robert Zielers Tor zu erwarten. Der alten Dame reicht nach zwei Siegen in Folge ein Unentschieden in Hannover und so werden sie aller Wahrscheinlichkeit nach auch auftreten. Defensiv tief stehend und wenig zulassend, Offensiv wohl kaum stattfindend und wenn nur im Zuge von Konter- oder Entlastungsangriffen. Ein Punkt ist für das Team von Trainer Pal Dardai beim Anblick der Tabelle schon viel Wert. Die Hertha ist mit 32 Punkten zwar noch nicht aus dem Abstiegskampf ausgestiegen, aber wohl nur noch ein Sieg wird das Verbleiben in der deutschen Eliteklasse des Fußballs ermöglichen.

Der Auftrag der Roten am Freitag ist dagegen eindeutig: Endlich mal wieder gewinnen und wenn nicht gegen einen Mitkonkurrenten im Tabellenkeller bei einem Heimspiel, wann denn dann noch in der laufenden Spielzeit? Um um also das Defensivbollwerk zu sprengen, bringen zwei Stürmer von Beginn an eine offensiv variablere und weniger auszurechende taktische Grundausrichtung. Von Beginn an mutig nach vorne spielen und die technisch versierten Sturmspitzen mit Joselu und Ya Konan sofort in Ballbesitz bringen. Den Torabschluß schnell und oft suchen sowie Standardsituationen herausspielen.

96 nützt es nichts beim Anblick der Tabelle auf Unentschieden zu spielen. Selbst eine Niederlage ist gegen die Hauptstädter zu riskieren, da in der derzeitigen Situation nur ein Dreier den gewünschten Befreiungsschlag aus dem Tabellenkeller ermöglicht. Damit dies gelingt sollte Tayfun Korkut in dieser Partie einen Sechser herausnehmen und dafür eben jenen zweiten Stürmer aufbieten.

Tayfun nimm zwei!

Doch hoffentlich erweist sich dieser mutigere taktische Griff in die Bonbonkiste nicht als Luftnummer, wie es die Verbraucherzentrale Hamburg und die hiesige Eichdirektion Nord bei den Tüten von Lutschern unserer hier mit unfreiwilliger Schleichwerbung betitelten Bonbonmarke im Mai 2011 aufgedeckt hat.

Europa League ade – Herzlich Wilkommen im Abstiegskampf

Herzlich Willkommen im Abstiegskampf Hannover 96! Das muss man leider nach dem gestrigen, schwachen Auftritt gegen den SC Paderborn titulieren. Nach zuletzt eher guten Auftritten und viel Pech, war das gestrige Heimspiel das absolute Gegenteil davon. Zu harmlos offensiv, ideenlos im Spiel nach vorne und mit vielen katastrophalen Fehlern hat man den taktisch disziplinierten Paderbornern den ersten Saisonsieg im Jahr 2015 beschert. Und diese haben spielerisch bei weitem nicht viel zustande gebracht, aber dafür defensiv auch nicht viel zugelassen. Die Roten haben die Paderborner Defensive aber auch kaum auf die Probe gestellt.

Was nützt es wenn man ca. 63 % Ballbesitz im Spiel hat, aber mit dem Ball in den eigenen Reihen nicht viel anzufangen hat. Der Ballbesitz orientierte Fußball von Trainer Tayfun Korkut zeigt keine Wirkung, da sowohl die Kreativität im Mittelfeld als auch die Schnelligkeit im Angriff fehlt, um aus diesem Vorteil Kapital zu schlagen. Hinzu kommen dann noch viele kleine, individuelle Fehler, welche der Mannschaft endgültig den Rest geben. So lässt der Neuzugang Joao Perreira in der 71. Minute Florian Hartherz unebedrängt über die rechte Seite Flanken und Miiko Albornoz nimmt den Zweikampf gegen den erst eingewechselten Srdjan Lakic nicht an. Nicht nur der Ausgleich war zu diesem Zeitpunkt unnötig und eigentlich aus dem nichts heraus, viel ärgerlicher ist eher der Fehler von Ron-Robert Zieler beim 1:2 durch Alban Meha. Der Freistoß aus 25 Metern kommt genau auf Zieler und war eigentlich nicht so platziert getreten, welcher den Ball wegfausten oder mit einer Hand übergreifen könnte. Durch den Patzer Zielers geriet das Team 10 Minuten vor Schluss auf die Verliererstraße. Ohne Zieler diesen Torwartfehler groß ankreiden zu wollen, aber leider muss man anmerken, dass er zuletzt bei Freistößen oftmals nicht gut aussah. Mit viel Hektik und ohne Plan ließ sich in den verbleibenden zehn Minuten nicht mehr viel erreichen.

Paderborn gelingt ein kleiner Befreiungsschlag und zieht damit 96 in den Abstiegskampf. Vier Punkte Abstand sind es noch auf Platz 16. In den nächsten zwei Partien gegen Köln und Stuttgart ist die Mannschaft unter Zugzwang unbedingt zu punkten, da sonst ungemütliche Wochen für die Verantwortlichen bevor stehen. Die ersten Stimmen gegen den Trainer werden schon im Stadion und Fanforen laut. So ist leider das Geschäft des Fußballs, wenn Erfolge ausblieben, ist der Trainer sofort in der Schusslinie.

Die aktuelle Situation erinnert sehr an die Saison 2008/2009. Auch damals hatte der damalige Sportdirektor Christian Hochstätter mit großen Investitionen wie heute Dirk Dufner die Mannschaft mit Namen wie Jan Schlaudraff, Mario Eggimann und Mikkael Forsell verstärkt. Heraus kam in diesem Jahr nur ein enttäuschender elfter Platz und zeitweise geriet das Team von Trainer Dieter Hecking gar in Abstiegsnöte. Auch in diesem Jahr wird gemessen an den Investitionen der sportliche Erfolg deutlich unter den Erwartungen bleiben.

Hoffentlich nicht so deutlich, dass am Ende gar der Abstieg droht. Denn wer es bisher noch nicht verstanden hat, Hannover 96 befindet sich jetzt im Abstiegskampf! Und hoffentlich wissen dies nicht nur die Fans und die Verantwortlichen, sondern vor allem die Spieler, welche jetzt den besagten Kampf im Wort Abstiegskampf annehmen müssen.