Na geht doch! – Der doppelte Schulz bringt die Hoffnung zurück

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Die Roten können doch noch gewinnen! Nach zuletzt acht Niederlagen in Serie gelang am Samstag beim VFB Stuttgart endlich der erste Sieg im Jahr 2016, welcher zugleich auch der erste Erfolg für das Trainerteam um Thomas Schaaf bedeutet. Mit verändertem Spielsystem und umgestellter Mannschaft gelang Hannover 96 ein Aufbäumen, welcher dank zweier verheisungsvoller Debüts und einem treffsicheren Kapitän wieder Anlass zur Hoffnung im Abstiegskampf birgt.

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Absteigen, aber wie? – Verliert Hannover 96 die Gunst der Zuschauer?

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Nach der siebten Niederlage in Folge und dem fünften sieglosen Spiel in der Rückrunde unter der Regie von Trainer Thomas Schaaf dürfte der Abstieg in die Zweitklassigkeit wohl realistisch betrachtet nicht mehr zu verhindern sein. Der grusselige Auftritt der Mannschaft beim 0:1 gegen den FC Augsburg gibt dabei wenig Anlass zur Hoffnung, dass sich noch etwas zum Positiven wendet, obwohl rechnerisch immer noch der Klassenerhalt möglich ist.

Auch wenn ein Abstieg sportlich gesehen eine ziemliche Katastrophe darstellt und niemals irgendetwas positives beeinhaltet, so ist der sich andeutende Gang in die Zweitklassigkeit weit weniger schlimm als der Umstand, wie sich dieser Abstieg schrittweise abgezeichnet und vor allem wie sich die Mannschaft von Hannover 96 dabei präsentiert hat. Verlieren die Roten die Gunst ihrer Fans und Zuschauer aufgrund desolater Leistungen?

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Ron-Robert Zieler wird Hannover 96 am Ende der Saison verlassen

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Es zeichnet sich deutlich ab, das 96-Schlussmann Ron-Robert Zieler Hannover 96 am Ende der Spielzeit verlassen wird. Darauf deuten mehrere Aussagen, Meldungen und sportliche Entwicklungen hin.

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Rien ne va plus 96? – Nichts geht mehr im Abstiegskampf?

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Fußball ist ein Glücksspiel ähnlich wie Roulette! Mal gewinnt man, mal verlieren die anderen. Oder um es im Jargon der Roten treffend auszudrücken: „Mal verliert man, mal gewinnen die anderen“!

Dabei hat man in der Winterpause bereits alles auf vollen Einsatz gefahren: Ein neues Trainerteam um Thomas Schaaf installiert, sechs Neuzugänge präsentiert und spielerische und taktische Änderungen an der Mannschaft vorgenommen. Der Einsatz schien gemacht, um das Spiel „Abstiegskampf“ erfolgreich und hoffnungsvoll anzugehen. Doch nach vier gespielten Partien ist Hannover 96 weit davon entfernt, das „Spiel zu machen“. Es stehen keine Punkte auf der Habenseite, das Trainerteam wirkt ratlos und die Mannschaft komplett verunsichert. Rien ne va plus 96? – Nichts geht mehr im Abstiegskampf?

Trainereffekt bereits nach vier Spieltagen verblasst?

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Ein neuer Coach an der Seitenlinie kann ungeahnte Kräfte freisetzen, bringt neuen Schwung in die Mannschaft und motiviert die Spieler von Neuem, belebt den Konkurrenzkampf um die erste Elf, wendet andere spielerische und taktische Konzepte an, um das Maximum aus seinen Mannen herauszuholen. All dies ist Thomas Schaaf nach vier Spieltagen als Cheftrainer von Hannover 96 bisher nicht gelungen.

Der Wechsel des Spielsystems vom 4-2-3-1 auf das 4-4-2 mit Raute ist fehlgeschlagen. Die Roten besitzen keine Spieler für das favorisierte Spielsystem des Trainers. Manuel Schmiedebach ist kein offensiver Mittelfeldspieler, welcher die Fäden im Zentrum zieht, sondern eher ein klassischer, defensiver 6er. Er wirkt auf der Position des „Zehners“ unbeholfen und kann nicht die gewünschte Belebung des Offensivspiels umsetzen.

Ähnlich sieht es auch mit Hotaru Yamaguchi und Salif Sane aus. Beide sind auf der rechten Seite der Raute komplett deplatziert. Der Japaner wirkte in der Partie gegen Mainz 05 von der ersten Minute an absolut überfordert und musste folgerichtig für Salif Sane nach 35 Minuten weichen. Doch auch dem Senegalesen ist trotz hohem und bemühten Einsatz der Frust anzuerkennen. Muss er auf der ungewohnten Position ein sehr hohes Laufpensum abrufen und kann seine defensiven Qualitäten im Zweikampf auf dieser Position nur selten erfolgreich ausspielen.

Das Ergebnis der Anwendung eines Spielsystems für welches nicht die geeigneten Akteure zur Verfügung stehen, konnte man gegen Mainz 05 sehr gut bestaunen. Weder spielerisch, noch taktisch gelang Hannover 96 überhaupt irgendetwas! Schlimmer noch, wirkte das Team weitaus verunsicherter als in der Hinrunde. Das absolute Chaos regierte auf dem Platz und zeigte sich nicht nur im völlig verdienten 0:1 durch den Mainzer Jairo, sondern in der absolut bezeichnenden Szene des Spiels, als sich Bech und Yamaguchi nahe des Mittelkreises gegenseitig umrempelten.

Als Konsequenz von diesem Horror-Auftritt müsste der Trainer das Spielsystem unbedingt wieder abändern. Vergleichbare taktische und spielsystematische Fehler unterlagen bereits den Schaaf-Vorgängern Tayfun Korkut und Mirko Slomka. Insbesondere Ersterer wollte seine Elf auf Ballbesitz orientierte Spielweise trimmen, was ihm leider letztendlich den Job kosten sollte. Es geht im Abstiegskampf nicht um spielerische Finesse, sondern um eine grundlegende defensive und offensive Grundordnung, auf deren Stabilität jedes noch so kleine Erfolgsergebnis aufgebaut werden muss.

Sechs neue und nichts hat sich verändert – Die Neuzugänge sind keine Verstärkungen!

Sechs Mal präsentierte sich Geschäftsführer Martin Bader mitsamt Trikot und sechs neuen Akteuren vor der Presse. Bisher konnte sich keiner der verpflichteten Spieler als vollumfängliche Verstärkung erweisen.

Debütant Alexander Milosevic lieferte eine souveräne Premiere in der Innenverteidigung neben Christian Schulz. Er wirkte sicher auf seiner Position und konnte Abgang Marcelo zumindest eins zu eins ersetzen. Ein weiteres Fazit zu seinen Leistungen ist fairerweise noch nicht möglich.

Das Sturmduo um Hugo Almeida und Adam Szalai agiert ineffektiv. Beide wirken zwar stets bemüht, aber die Durchschlagskraft im Sturm fehlt vollkommen. Almeida konnte zwar bereits in seinem ersten Spiel ein Treffer für die Roten erzielen, blieb aber ansonsten blass. Gegen Mainz lieferte er eine ganz schwache Partie, tauchte im Spiel ab und fällte mit dem Ball am Fuß zu viele falsche Entscheidungen. Die wenig guten Torgelegenheiten vergibt er leichtfertig.

Adam Szalai arbeitet viel für die Mannschaft und ruft dabei ein hohes Laufpensum ab. Jedoch wirkt dieses Bemühen wie brotlose Kunst. Auch er konnte bisher kein Tor für 96 erzielen oder vorbereiten. Dem Ungar fehlen die Erfolgserlebnisse, da er auch schon in Hoffenheim seit über einem Jahr ohne Torerfolg blieb.

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Für den japanischen Nationalspieler Hotaru Yamaguchi scheint die Bundesliga noch zu groß zu sein. Der Neuzugang von Cerezo Osaka konnte in seinen bisherigen Bundesligaminuten kein Argument lieferen, warum Hannover 96 etwa 1,5 Millionen € für ihn nach Japan überwiesen hat. Er ist nicht gedankensschnell genug in seinen Aktionen und die Defensivarbeit in der Rückwärtsbewegung lässt zu wünschen übrig. Dies musste auch sein Nationalmannschaftskammerad Hiroki Sakai am Samstag leidlich erfahren, welchen er bezüglich der Defensivarbeit auf der rechten Seite sträflich alleine ließ. Negativer Höhepunkt seines desaströsen Heimdebüts war der Zusammenprall mit Uffe Bech Nahe des Mittelkreises. Kurz danach war für den 24-fachen Nationalspieler bereits schluss. Yamaguchi ist ursprünglich im defensiven Mittelfeld zu Hause, sodass man sein eher unglückliches Auftreten damit entschuldigen könnte, dass er nicht auf seiner angestammten Position gespielt hat. Doch weit gefehlt, Yamaguchi hat alternativ schon 44 Spiele auf der rechten Seite absolviert. Dies verrät auch die Statistik von transfermarkt.de. Mag der erfahrende Japaner noch so motiviert und bemüht im Training agieren, sind seine bisherigen Pflichtspieleindrücke doch sehr enttäuschend und bundesligauntauglich.

Aufgrund von Verletzungen konnte sich der junge Neuzugang Marius Wolf vom TSV 1860 München noch nicht präsentieren. Von einem erst 20-Jährigen Spieler aus der zweiten Liga kann man natürlich nicht sofort irgendwelche Wunderdinge erwarten. Dennoch sind die Hoffnungen auf den Linksaussen aufgrund der zuletzt schwachen Leistungen der verbliebenden Mittelfeldkräfte äußerst groß. Man wird sehen, wie sich der Bundesligadebütant in den verbleibenden Wochen in Szene setzen wird.

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Die größte Enttäuschung und das zugleich größte Fragezeichen steht hinter der Verpflichtung von Iver Fossum. Das 19-Jährige Talent aus Norwegen wechselte mit herausragenden Kritiken vieler Fachmänner und sensationellen statistischen Werten in die Bundesliga. Doch von all den Lobeshymnen ist bisher wenig zu sehen. Fossum spielte nicht eine Minute für Hannover 96 und schaffte es überhaupt erst ein Mal  in den Spieltagskader bei der Partie gegen Bayer 04 Leverkusen. Obwohl er als Kiyotake Ersatz eingekauft wurde, spielt er trotz der Verletzung der Nummer Zehn keine Rolle. Thomas Schaaf berücksichtigt für ihn lieber den positionsfremden Manuel Schmiedebach, was einem zu denken gibt.

Ist Fossum in aktueller Verfassung zu schwach für die erste Elf oder hinterlässt Schmiedebach doch deutlich bessere Eindrücke im Training? Warum verpflichtet man dann ein junges Talent im Abstiegskampf, wenn man eigentlich berücksichtigen müsste, dass dieser sich erst an die neue Umgebung und das höhere, spielerische Niveau gewöhnen muss? Ein absolut fragwürdiger Transfer zu diesem Zeitpunkt, da Hannover 96 durch eben den Ausfall von Kiyotake eine sofortige Hilfe im offensiven Mittelfeld benötigt und die Verpflichtung mit einer Ablösesumme von gut 2.000.000€ auch relativ hoch ist. Für diese Summe hätte man doch besser einkaufen können! Was bleibt ist aktuell ein sehr talentierter Kicker im Kader, der allerdings Frust schiebt und den Roten bei der Mission Klassenerhalt nicht weiterhelfen kann. Eine absolute lose-lose-situation für beide Seiten!

Die Konkurrenz spielt nicht mit! – Darmstadt, Ingolstadt & Co. punkten

Die Roten verlieren Spiel um Spiel und die Konkurrenz in der Nähe der Abstiegsregion lässt gleichzeitig nichts liegen! Konnte man sich in der letzten Saison noch darauf verlassen, dass die Mitkonkurrenten VFB Stuttgart, Hamburger SV und der SC Paderborn im Tabellenkeller auch regelmäßig Punkte lassen und sich damit der Punkteabstand etweder gar nicht oder nur marginal ändert, ist dies aktuell nicht mehr der Fall.

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Der VFB Stuttgart hat sich mit fünf Siegen aus sechs Partien unter der Verantwortung von Jürgen Kramny aus der Abstiegsregion verabschiedet. Aufsteiger SV Darmstadt hat bereits zehn Punkte Abstand auf 96 und in beiden Partien gegen Hannover gepunktet. Leicht besser sieht es sogar bei den Oberbayern vom FC Ingolstadt aus, welche mit 26 Punkten in Richtung Klassenerhalt marschieren.

Alle genannten Mannschaften werden nicht mehr allzu viele Punkte bis zum 34. Spieltag liegen lassen bzw. muss 96 den bisherigen Abstand zu den Konkurrenten erst einmal aufholen, was Stand 21. Spieltag schon zum Ding der Unmöglichkeit avanciert. Verbleiben nur die unmittelbaren Konkurrenten Hoffenheim und Bremen, sowie die noch punktetechnisch erreichbaren Frankurter und Augsburger! Gegen diese Konkurrenten muss Hannover 96 gewinnen, damit eine Aufholjagd noch im Rahmen des möglichen verbleibt. Aber letztlich kann man sich nie darauf verlassen, dass eines der Kellerkinder nicht doch noch überraschend bei den Teams im oberen Tabellengefilde Zähler mitnimmt und damit jeden Versuch einer Aufholjagd zunichte macht. Die Konkurrenz wird also nicht immer mitspielen bei der Mission Ligaverbleib, aber wird es dann trotzdem noch reichen?

Rien ne va plus 96 – Nichts geht mehr im Abstiegskampf

Es scheint als ob alle Einsätze am Roulettetisch bereits frühzeitig getätigt worden sind und dabei kein Erfolg am Spieltisch zu erwarten ist. Der Trainereffekt ist sehr schnell verblasst. Die Spieler wirken aufgrund einer neuen spielerischen und taktischen Marschroute komplett verunsichert. Die Neuzugänge verbessern das Team nicht nachhaltig. Entweder sind sie zu schwach, zu unerfahren oder verletzt. Wenn nichts mehr hilft, dann hilft wenigstens die Konkurrenz? Weit gefehlt! Stuttgart, Darmstadt und Ingolstadt punkten. Augsburg und Frankfurt sind bereits auf sieben Punkte enteilt und gegen diese Mannschaften muss die Truppe von Trainer Thomas Schaaf erst selbst erfolgreich sein, um an das rettende Ufer Platz 15 überhaupt heran zu kommen. Dabei lässt sich nie ganz ausschließen, dass die genannten Clubs auch selbst überraschend gegen stärke Teams überzeugen und Zähler einsammeln.

Und so würde ein Croupier am Roulettetisch in dieser Situation zu den Verantwortlichen von Hannover 96 sagen: „Rien ne va plus – Nichts geht mehr im Abstiegskampf“

Eine komplette Halbserie ohne Sieg? – In Augsburg kann dies bittere Realität werden

Nach dem 1:1 gegen den SV Werder Bremen sind es bereits schon 16 Partien ohne einen Dreier. Im schwäbischen Augsburg könnte mit der 17. Partie in Folge ohne Sieg, die Negativbilanz einer kompletten Halbserie ohne Sieg erreicht werden. Das hat schon fast tasmanische Züge, welche 31 Partien am Stück ohne Sieg blieben und damit wohl den Negativrekord in der Bundesliga nahezu für immer gepachtet haben dürften. Hinter Tasmania Berlin rangieren noch BW 90 Berlin (1986/87), Dynamo Dresden (1994/95) und der 1. FC Kaiserslautern (2011/12) mit 21 Partien ohne Erfolg. Ganz so schlimm ist es und wird es bei den Roten dann letztendlich dann doch nicht sein, da sie entweder in den kommenden zwei Wochen einen Sieg einfahren oder eben den bitteren Gang in Liga zwei antreten werden müssen. Der persönliche Negativrekord kann sich also maximal auf „nur 18 Partien ohne Sieg“ erstrecken. Und trotzdem kann auch ohne Sieg in den zwei verbleibenden Spielen der Klassenerhalt erreicht werden, ja wenn…

Sieglos zum Klassenerhalt – Wenn die Konkurrenz hilft ohne helfen zu wollen

18 Spiele ohne Sieg am Stück und trotzdem noch Erstklassig? Ja, Hannover 96 könnte in dieser Saison dieses Kunststück gelingen, wenn die Konkurrenz im Tabellenkeller ordentlich mithilft. Gewinnt der SC Paderborn seine zwei schweren Spiele gegen Schalke und Stuttgart nicht, so steigen sie nach aktueller Tabelle ganz sicher ab, ohne dass 96 in den kommenden zwei Wochen etwas zählbares einfahren müsste. Rechnet man dann jedoch weiter, so fällt auf, dass die Truppe von Trainer Michael Frontzeck mindestens zwei Unentschieden aus den zwei verbleibenden Begegnungen benötigt, um nicht direkt abzusteigen. Verliert Stuttgart gegen Hamburg und holt nur ein Unentschieden gegen Paderborn, so ist mit zwei Remis der Klassenerhalt oder zumindest die Relegation für die Roten möglich. Die Frage Relegation oder direkter Ligaverbleib hängt dann vom Hamburger SV und dem SC Freiburg ab. Gewinnen oder holen die Breisgauer nicht mindestens ein Unentschieden gegen den Rekordmeister aus München, so reicht 96 eine Punkteteilung gegen die Freiburger am letzten Spieltag daheim, um den Verbleib in der ersten Liga zu sichern. Also auch zwei Unentschieden und damit die Sieglosigkeit bis zum Ende der Spielzeit muss nicht unbedingt im Abstieg münden. Dennoch macht ein Sieg aus den zwei Partien alles deutlich einfacher ohne mögliche Rechenkonstellationen durchspielen zu müssen. Es geht ja als nächstes nach Augsburg. Augsburg? Hm…da war doch was?

Ausgerechnet Augsburg! – Historiker rekonstruieren den letzten 96-Sieg

Wann war eigentlich der letzte Sieg von Hannover 96, mag sich der ein oder andere aktuell fragen. Gefühlt liegt dieser scheinbar schon eine halbe Ewigkeit zurück, sodass der ein oder andere schon einen Historiker einschalten wollte, um mit Hilfe von Archivaren und Zeitzeugen den letzten Erfolg der Roten zu rekonstruieren. Blättert man die Statistik und Datenbanken der aktuellen Spielzeit durch, so wird man am 16. Dezember 2014 fündig. An diesen kalten Dienstagabend traf Hannover 96 auf den FC Augsburg im eigenen Stadion und gewann ungefährdet mit 2:0 durch ein Kopfballtreffer von Salif Sané in der 20. Minute und einen verwandelten Foulelfmeter von Joselu in der 55. Minute. An diese Partie erinnere ich mich persönlich sehr gut, da dieser Tag als mein Debut als Blindenreporter bei Hannover 96 in die Geschichte eingehen sollte. Doch weder ich, noch Ex-Trainer Tayfun Korkut, die Mannschaft oder sonstwer hätten zu diesem Zeitpunkt geglaubt, dass dies der letzte Dreier für eine lange Zeit sein würde. Damals stand das Team noch auf dem achten Tabellenplatz, Hoffnungen auf die Europa League Plätze wurden laut kommuniziert und niemand hätte jemals das Wort Abstiegskampf oder gar Abstieg in den Mund genommen. Ironie des Schicksals trifft man genau fünf Monate später am 16.05.2015, surprise, surprise auf den FC Augsburg im Schwabenländle. Schließt sich hier auf den Tag genau der Kreis des Schicksals? Ein scheinbar passenderer Zeitpunkt diese Negativserie abzulegen hätte sich ein Drehbuchautor auch nicht besser ausdenken können. Und die Zeichen stehen nicht schlecht, da Hannover 96 noch nie gegen Augsburg verloren hat! Vier Siege und drei Remis stehen bei den bisher sieben ausgetragenen Duellen zu Buche. Das letzte Spiel gewannen die Roten ja bekanntlich und auch die letzte Begegnung in Augsburg ging immerhin 1:1 aus. Somit dürfte zumindest die Hoffnung auf etwas zählbares aus Nordbayern vorhanden sein. Egal, wie es ausgeht viele Möglichkeiten zum Klassenerhalt verbleiben wohl noch bis zum letzten Spieltag gegen den SC Freiburg, wo es zum alles entscheidenden Showdown kommen könnte. Die Roten packen das! Aber meiner Meinung nicht rechnerisch erst am 34. Spieltag, sondern bereits eine Woche zuvor, am 33. Spieltag in Augsburg. Die Negativserie reißt auf den Tag genau nach fünf Monaten und wieder einmal heißt der Gegner FC Augsburg!

Remis bei den Wölfen – Dieses Tor war allererste Sa(h)né!

2:2 in Wolfsburg! Wieder nicht gewonnen und der Abgrund im Tabellenkeller rückt immer näher. Durch den Sieg des Hamburger SV am Sonntag rutscht 96 direkt auf den Abstiegsplatz 17. Aktuell gibt es somit weiterhin nicht viel worüber man sich bei den Roten freuen kann. Dennoch, das Unentschieden in Wolfsburg macht Mut, da die Mannschaft in der zweiten Halbzeit Moral bewies und den 0:2 Rückstand in ein Unentschieden drehte. Gar die Chance zum Siegtreffer durch Edgar Prib bestand in der letzten Spielminute. Das Remis beim Tabellenzweiten aus Wolfsburg fühlt sich trotz verpasster Siegchance wie ein Sieg an.

Hingucker des Tages und Mutmacher für das Saisonfinale dürfte insbesondere der Ausgleichstreffer von Salif Sané sein. Ein absolutes Traumtor per Fallrückzieher, wie es ein Klaus Fischer in seinen besten Jahren nicht hätte besser hinkriegen können. Ja, dieser Treffer war sprichwörtlich allererste Sa(h)né und ist nicht nur der absolute Favorit auf das Tor des Monats im Mai, sondern könnte sich auch als Türöffner für den Klassenerhalt erweisen. Trotz schwieriger Situation im Abstiegskampf könnte genau dieser eine Punkt und dieses Traumtor zur Punkteteilung ausschlaggebend in der Endabrechnung der Tabelle auswirken. Wie der Kaiser hier immer zu pflegen sagte: „Schaun‘ mer mal“, aber zunächst einmal nur auf das Zuckertor unserer Nummer fünf aus dem Senegal.

Raus aus der Abstiegskrise! – 96 braucht einen schnellen Dreier!

Nichts war es am Freitag mit dem ersten Sieg im Jahr 2015 und dem langersehnten und wichtigen Dreier im Abstiegskampf. Dabei waren die Roten trotz sehr schwacher Leistung durch das Stochertor von Christian Schulz in der 75. Minute doch auf einem guten Weg, die Zeit von elf sieglosen Spielen endlich zu durchbrechen. Doch die eigene Passivität nach der Führung und ein schöner Treffer von Valentin Stocker in der 83. Minute verhinderten den Befreiungsschlag aus dem Tabellenkeller.

Wieder nur ein Unentschieden und das in einem Heimspiel gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf. Das ist deutlich zu wenig im Hinblick auf die verbleibenden Spiele der kommenden Wochen. Nächste Woche tritt die Elf von Trainer Tayfun Korkut in Leverkusen an, danach folgt die Heimpartie gegen Hoffenheim und am 31. Spieltag wartet eine schwere Auswärtsaufgabe beim Tabellenzweiten aus Wolfsburg. Gegen diese drei Mannschaften wird es bei den aktuell gezeigten Leistungen wohl nur wenig bis gar keine Punkte geben, sodass sich im absolut negativen Verlauf Hannover 96 nach diesen Partien auf einem Abstiegsplatz wiederfinden könnte. Danach in den verbleibenden zwei bis drei Spieltagen noch die Rettung zu schaffen, ist zwar dann wohl immer noch möglich, jedoch bleibt fraglich ob dies dann auch immer noch aus eigener Kraft oder nur mit Hilfe der anderen Teams erreicht werden kann. Somit ist jeder erzielte Sieg in den nächsten Begegnungen sprichwörtlich Gold wert, um sich frühzeitig aus der Abstiegszone zurück zu ziehen.

Natürlich ist positiv zu vermerken, dass dieser Punktgewinn am Freitag gegen die Hertha aus Berlin noch sehr wichtig werden kann in der Endabrechnung der Tabelle. Dieser eine Zähler kann im extremsten Fall zwischen Abstieg oder Klassenerhalt entscheiden, sodass man vielleicht in der Rückschau noch einmal sehr glücklich sein wird, diesen Punkt geholt zu haben. Doch die Mannen im 96-Dress verpassten die große Chance frühzeitig einen ersten großen Schritt zum Klassenerhalt zu machen bzw. diesen vielleicht schon perfekt zu machen.

Um also aus der Abstiegskrise endlich zu entrinnen braucht 96 einen schnellen Dreier!

Und dieser hat gleich mehrere positive Wirkungen auf das Team und die aktuelle sportliche Gesamtkonstellation:

Den Kopf frei bekommen

Ein Sieg nach nun mehr 12 sieglosen Spielen ist unglaublich wichtig für die Roten, um das eigene Selbstvertrauen wieder zu finden und den Kopf vom aktuellen Negativtrend zu befreien. Fußball ist Psychologie, da kann ein Sieg neue Kräfte entfalten und das Team befreiter aufspielen lassen. Um einen solchen Effekt in dieser Saison wahrnehmen zu können, muss man nur nach Bremen schauen. Ein bis zwei Siege in Serie und schon hat man einen kleinen positiven Lauf. Tore lassen sich dann leichter erzielen und man hat in solchen Situationen oftmals auch das Glück in den entscheidenden Situationen auf seiner Seite. Der Frust kann und soll sich sprichwörtlich von der Seele „geballert“ werden.

Ein Sieg könnte schon für den Klassenerhalt reichen

Auch wenn man es nicht glauben mag, aber ein einziger Dreier könnte bereits zum Klassenerhalt reichen. Vorausgesetzt die Konkurrenten in der Abstiegszone helfen mit und punkten auch so gut wie gar nicht mehr. Und das ist bei Betrachtung der letzten Jahre übrigens auch gar nicht so unrealistisch. Der HSV ging im letzten Jahr mit nur 27 Punkten in die Relegation. Die Hamburger holten in der letzten Saison unter Ex-96-Coach Mirko Slomka nur einen Sieg in den letzten sechs Spielen. Vor zwei und drei Jahren reichte der TSG Hoffenheim und Hertha BSC 31 Punkte für die Relegation. Die Sinsheimer holten aber auch im Schlussspurt kräftig auf und machten acht Punkte in den letzten sechs Spielen gut. Die Berliner schafften unter dem damaligen Trainer Otto Rehagel noch am letzten Spieltag den Sprung auf Platz 16. Dabei gab es eine Punkteausbeute von fünf Zählern in den letzten sechs Partien. 32 Punkte können also schon problemlos zum Klassenerhalt reichen, auch ohne den Umweg über die Relegation zu gehen. Ein Sieg von 96 ist dafür aber möglichst schnell nötig, um sich mit 32 Punkten vielleicht schon frühzeitig zu retten.

Druck auf die Mitkonkurrenten setzen

Ein schneller Dreier hilft, um die Mitkonkurrenten im Tabellenkeller unter Druck zu setzen. Wenn man selbst gewinnt kann man nicht nur einmal kurz durchatmen, sondern setzt auch die anderen Mitstreiter unter psychologischen Druck. Diese müssen ja möglichst fix nachziehen und viele Mannschaften können mit diesen teils ungewöhnlichen Drucksituationen nicht umgehen. Sie zerbrechen daran oder scheitern trotz großer Mühe an eben doch starken Gegnern im Schlussspurt der Liga. Mit einem flotten Dreier reicht man bildlich gesprochen den „Schwarzen Peter“ Abstieg in die zweite Liga an ein anderes Team weiter. Entweder reicht die betroffene Elf diesen ebenfalls noch mit sportlichen Erfolgen an eine andere Mannschaft weiter oder behält diesen bis zum Schluss und muss konsequenterweise den bitteren Gang in das Unterhaus des deutschen Fußballs antreten.

Also her mit dem schnellen Dreier liebe Roten, um der Abstiegskrise fix von der Schippe zu springen.

1. FC Köln – Hannover 96 oder Heim- gegen Auswärtsschlafis

Der Karneval ist seit Mitte dieser Woche zu Ende und auch in der Karnevalshochburg Köln kehrt langsam der spröde Alltag ein. Auf dem Platz hatten die Kölner zum Ende der Karnevalszeit aber nur wenig zu feiern. Etwas verkatert stehen sie wohl immer noch da, nach der Niederlage im Rheinderby gegen die Gladbacher Borussia und dem Platzsturm der eigenen Fans im Borussia-Park. Die Woche war im Zeichen des FC also mit wenig erfreulichen Nachrichten gespickt. Nun also wollen die Kölner im Heimspiel gegen die Roten wieder anfangen positive Schlagzeilen zu schreiben.

Doch es sieht nicht gut aus in der Heimat des Geißbocks. Nur einen Sieg konnten die Kölner bisher im eigenen Rund einfahren (8. Spieltag: 2:1 gegen Borussia Dortmund). Zuletzt gelang der Truppe um Trainer Peter Stöger immerhin in den letzten drei Heimspielen jeweils einen Zähler zu holen. Doch die 0:0 Spiele im Dreierpack sind natürlich zu wenig, um vorzeitig die entscheidenden Punkte für den Klassenerhalt zu sammeln.

Beste Chancen also für Hannover 96 bei den Heimschwachen Kölnern endlich mal Auswärts zu punkten. Doch die Roten bestechen diese Saison auch nicht gerade mit euphorischer Spielweise in fremden Spielstätten. Erst zwei Auswärtssiege (!) und damit zugleich nur sechs Punkte konnten in der Fremde mitgenommen werden.

Das 18:30 Topsiel am Samstagabend ist somit das Duell der Heim- gegen Auswärtsschlafis. Hört sich nicht gerade nach einem sehenswerten Duell an und wenn beide Teams wie zuletzt auftreten, wird dies wohl möglich erneut ein 0:0 im Rhein Energie Stadion. Was aber dagegen spricht, ist der Wille beider Mannschaften ihre sieglose Zeit endlich hinter sich zu bringen, Punkte im Abstiegskampf gut zu machen und den Konkurrenten nach unten hinein zu reißen.

Taktisch wird sich bei 96 nicht viel ändern. Tayfun Korkut schwört weiterhin auf das 4-5-1 Spielsystem. Joselu also weiterhin nur als Alleinunterhalter im Sturmzentrum. Die Hoffnung mit zwei Stürmern offensiver zu agieren und mehr Druck auf die Kölner Betonabwehr auszuüben, ist somit erst einmal vergebens. Lars Stindl verbleibt auf der Zehner Position. Mögliche Wechsel könnten auf den Außenbahnen stattfinden, wo Briand und Kiyotake zuletzt eher durchwachsene Auftritte gehabt hatten. Bittencourt wäre eine Alternative für eine der beiden Außenpositionen. Interessant wäre eine taktische Lösung mit Hiroki Sakai auf der rechten Außenbahn. Dieser könnte seine offensiven Qualitäten endlich mal zur Geltung bringen und mit guten Flanken Joselu oder einen später eingewechselten Artur Sobiech in Szene setzen. Ein Einsatz von Edgar Prib von Beginn an kommt noch nicht in Frage. Genauso wenig für den ebenfalls wieder genesenen Leon Andreasen. Beide sind nur Optionen für die letzten 20. Minuten. Umstellungen wird es aber ganz sicher im defensiven Mittelfeld geben. Durch die Gelb-Sperre von Christian Schulz wird Salif Sané für ihn die Position in der Innenverteidigung bekleiden. Neben Manuel Schmiedebach wird wohl somit Ceyhun Gülselam zum Einsatz kommen. Maurice Hirsch wäre ebenfalls eine denkbare Alternative. Taktisch passt Gülselam aber besser, da er seine Größe und Kopfballstärke sowie seine defensiven und kämpferischen Qualitäten in diesem Spiel besser zur Geltung bringen kann. Dadurch entlastet er Manuel Schmiedebach, welcher heute eher den offensiveren Part wird einnehmen können. Auf der Position des rechten Verteidigers verbleibt Joao Perreira, welcher somit zunächst einmal Hiroki Sakai verdrängt haben dürfte.

Peter Stöger stellt seine Kölner Mannschaft von einem 4-5-1 Spielsystem auf ein offensivereres 4-4-2 Spielsystem um. Mit Osako als zweiten Stürmer möchte man mehr Druck auf die Innenverteidigung der Roten ausüben und diese zu Fehlern zwingen. Ujah verbleibt trotz schwacher Leistungen im Sturmzentrum. Der Nigerianer hatte zuletzt am 15. Spieltag getroffen, ist aber mit sechs Saisontreffern der erfolgreichste Kölner Akteur. Im Mittelfeld hat Stöger keine Änderungen in Sicht, da die vierer Achse aus Halfar, Vogt, Lehmann und Risse bereits optimal eingespielt ist. Die Spezialität der Kölner dürfte ihr schnelles Konterspiel über die Außenbahnen sein.

Um endlich einen Auswärtsdreier und damit auch den ersten Sieg im neuen Jahr einzufahren, muss das Team von Trainer Tayfun Korkut durch schnelles und direktes Spiel in die Spitze auffallen. Nur so lässt sich das Kölner Defensivbollwerk aushebeln. Zudem besteht die Möglichkeit verstärkt über die Außenbahnen anzugreifen. Insbesondere die rechte Außenbahn erweist sich mit Pawel Olkowski als verwundbar. Aufpassen müssen die Roten auf die schnellen Konter der Domstädter. Hierfür eignet sich Ceyhun Gülselam optimal als defensive Absicherung. Gülselams Aufgabe dürfte es sein, die Konter der Kölner zu unterbinden und das Zentrum mit kontinuierlichem Pressing zu entlasten. So könnte ein erfolgreiches taktisches Konzept am heutigen Abend aussehen.

Hoffen wir, dass es kein langweiliges und schlaffes Spiel des Heim- gegen Auswärtschlafis gibt. Im Gegenteil, es wird Zeit für unsere Truppe endlich mal das Attribut des Auswärtsschlafis abzulegen und den Turn around einzuleiten. Die Kölner haben zuletzt viel gefeiert, es wird jetzt mal Zeit, dass die Roten endlich wieder mal feieren.

Hannover 96 – SC Paderborn – Das Spiel der Saison? – Aber ja!

Spiele gegen Hamburg, Bremen oder namhafte Mannschaften wie Bayern, Dortmund oder Schalke werden von Fans und Medienvertretern gerne als besonders wichtige Spiele oder Saisonhighlights gesehen. Selbstverständlich haben großartige Spiele und insbesondere Siege gegen die Bayern oder lokale Konkurrenten immer einen besonderen Reiz und machen uns Fans unglaublich viel Spaß. Dies wird sich in der Wahrnehmung zukünftig auch nicht großartig ändern. Muss es natürlich auch überhaupt nicht, obwohl diese Partien wie jedes andere Spiel im optimalen Fall auch nur drei Punkte einbringen.

Anders ist es beim morgigen Duell gegen die Ostwestfalen aus Paderborn auch nicht. Auch dieses Bundesligaspiel ist lediglich ein Match um drei Punkte gegen einen vermeintlich auf dem Papier etwas unattraktiv wirkenden Aufsteiger. Bei allem Respekt vor der bisherigen Leistung des Teams um Trainer André Breitenreiter, aber natürlich ist das Interesse um den Gegner Paderborn bei weitem nicht so groß, wie es bei den oben genannten Konkurrenten in der Bundesliga ist. Dieses Aufeinandertreffen also als potentiell wichtigstes Spiel des Jahres zu titulieren ist äußerst gewagt und aus der Sicht vieler Fußballinteressenten wohl vollkommen übertrieben.

Aber ja! Ein Blick auf die heutige Bundesligatabelle verrät uns für beide Teams, dass es in dieser Begegnung um sehr viel, vielleicht schon um alles geht! Die morgige Partie zeigt einen Trend für den weiteren Verlauf der Saison für beide Mannschaften und offenbart, ob die zu Beginn der Saison gesteckten Ziele erreicht werden können.

Klartext: Abstiegskampf oder Befreiungsschlag!

Aus Sicht der Roten sichert ein Sieg gegen die Paderborner einen Platz im gesicherten Mittelfeld der Liga. Platz zehn um genau zu sein, wird es wohl auch nach diesem Spieltag sein. Aber dann mit vier Punkten Abstand auf den elften Rang mit dem 1.FC Köln. Wichtiger ist aber natürlich das dann entstandene sieben bis acht Punkte (abhängig ebenfalls von der Partie Hertha BSC Berlin vs. SC Freiburg am morgigen Sonntag) Polster auf den Relegationsplatz. Zwar ist es noch etwas voreilig dies zu sagen, aber bei noch 14 zu spielenden Runden dürfte dies dann bereits der große Schritt zum Klassenerhalt sein. Mehr noch würde ein Sieg das Team um Trainer Tayfun Korkut mit vier Punkten Abstand sofort wieder in eine realistische Schlagdistanz zu Platz sechs und damit Bayer 04 Leverkusen bringen. Der Traum von der Europa League wäre wieder greifbar nahe und aus eigener Kraft umsetzbar. Eine Niederlage dagegen wäre absolut Fatal und würde den Abstand zum Relegationsplatz 16 auf zwei bis drei Punkte verringern. 96 wäre im Abstiegskampf angekommen und wäre nahezu angehalten in den gleich zwei darauffolgenden Spielen gegen direkte Konkurrenten im Tabellenkeller wie Köln oder Stuttgart zu punkten. Da hiernach ein Hammerprogramm mit Bayern, Mönchengladbach und Borussia Dortmund wartet – also die obligatorischen Saisonhighlights :).

Auf die Gäste aus der Region Ostwestfalen-Lippe trifft eine ähnliche Prognose zu. Mit 0:8 Gegentoren und lediglich einem Punkt in die Rückrunde gestartet, muss der Aufsteiger langsam beginnen Tore zu schießen und zu Punkten. Denn die folgenden drei Partien des SC lassen nicht gerade viel Hoffnung auf viele Punkte aufkeimen. Mit Spielen gegen Bayern, Gladbach und Leverkusen wartet eine große sportliche Herausforderung auf die blau-schwarzen. Wollen sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlagen da stehen, so müssen sie wohl vor allem erst einmal alles daran setzen Morgen gegen 96 zählbares einzufahren. Dementsprechend offensiv und agressiv müssten sie Morgen eigentlich auftreten. Ein Sieg würde ihnen 23 Punkte bescheren und sie zunächst auf Platz 13 hieven. Damit wäre für die Mannen von André Breitenreiter noch nicht viel erreicht, aber sie könnten ja damit 96 unten mit hinein reißen. Jeden einzelnen Punkt zu erkämpfen und es bis zum Schluss spannend zu halten, dürfte hier wohl das primäre Ziel des Aufsteigers sein.

Ein Unentschieden wird es aller Wahrscheinlichkeit wohl nicht geben, da beiden Teams ein Punkt tabellarisch nichts einbringt. Demnach müsste ein offensives und zielstrebiges Spiel zu erwarten sein. Beide Mannschaften stecken in einer kleinen Krise und wollen sich möglichst schnell aus dieser heraus arbeiten, da sich sonst schnell ein kleiner Negativtrend zu einer wirklich echten Krise entwickeln kann. Welche Dynamiken dies schnell auf die Position eines Trainers hat, brauche ich wohl an dieser Stelle kaum zu verdeutlichen.

Wie sich abschließend resümieren lässt, erwartet uns Morgen also gemäß aller genannten Faktoren das Spiel des Jahres für beide Mannschaften, da der Ausgang des Matches richtungsweisend für den weiteren Verlauf der Saison und die gesteckten Ziele beider Teams sein wird. Die Lücke und Distanz zwischen oberer und unterer Tabellenhälfte wird Morgen ausgespielt. Nutzen die Roten die Chance den Abstand zum Relegationsplatz auszubauen und die Europa League wieder langsam anzuvisieren oder erwartet uns in den nächsten Wochen das Abstiegsgespenst?

Hopp oder top! Wir werden es Morgen erfahren, hoffentlich mit einem positiven Ausgang für unser Team aus Hannover.