Mevlüt Erdinc macht sein erstes Tor für EA Guingamp

Für die Roten hat Mevlüt Erdinc in seinen elf Bundesligaspielen nicht ein Tor erzielt. In seiner Heimat in Frankreich läuft es für den türkischen Nationalspieler dagegen deutlich besser. Hier hat der an EA Guingamp verliehene Stürmer nun nach fünf Einsätzen zum ersten Mal für seinen neuen Club aus der Bretagne getroffen.

Erdinc markierte in der fünften Minute den Führungstreffer für den Tabellen 13. aus der Ligue 1 gegen den Tabellenletzten aus Troyes. Guingamp gewann das Match mit 4:0 und vergrößerte damit den Abstand auf sechs Punkte bis zum Abstiegsplatz 16. Ebenfalls an diesem Abend erfolgreich war Ex-96er Jimmy Briand, welcher zwar nicht selbst traff, aber an der Seite von Erdinc die drei weiteren Treffer für EA vorbereitete.

Was macht eigentlich…? – Jimmy Briand

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Der 30-jährige französische Stürmer Jimmy Briand verließ die Roten bekanntermaßen zum Ende der letzten Saison, nachdem sein Einjahresvertrag zum 30.06.2015 auslief. Briand wollte unbedingt wieder in seine französische Heimat zurückkehren, um wieder näher an seiner Familie zu sein. Deswegen wechselte der fünfmalige französische Nationalspieler von Hannover 96 in die Bretagne zum EA Guingamp, obwohl sich Ex-96-Sportdirektor Dirk Dufner intensiv mit einem Millionenvertrag um Briand bemühte.


Bei den Roten oft kritisiert und ausgepfiffen – In Frankreich ein Mann für Traumtore

Dass sich Briand gegen ein weiteres Engagement bei 96 entschied, war in den Augen mancher Fans nicht so tragisch, da die ehemalige Nummer 21 unter Zuschauern oft kritisch beäugt und teilweise sogar ausgepfiffen wurde. Dies lag insbesondere an seinen eher unglücklichen Auftritten unter Trainer Tayfun Korkut, welcher Briand regelmäßig auf der rechten Außenbahn einsetzte. Auf dieser Position konnte der damalige Neuzugang von Olimpique Lyon nie richtig glänzen und wurde eben für seine misslungenen Flanken und Torschüsse von den heimischen Zuschauern ausgepfiffen und für nicht bundesligatauglich befunden.

Erst unter Michael Frontzeck spielte Briand auf seiner gewohnten Position im Sturmzentrum, wo er einen deutlich engagierteren und effektiveren Eindruck hinterließ. Nicht nur das, Briand erwies sich zum Ende der letzten Saison als wichtige Stütze gegen den Abstieg. Er erzielte am 31. Spieltag den wichtigen 1:2 Anschlusstreffer beim späteren 2:2 in Wolfsburg und bereitete in den letzten drei entscheidenden Spielen alle vier Tore vor! Damit verließ der Franzose Hannover 96 mit einer Bilanz von 29 Spielen, drei Toren und acht Torvorlagen.

Bei seinem neuen Arbeitgeber EA Guingamp erweist sich der Mann aus Vitry-sur-Seine als absoluter Glücksgriff! Briand erzielte in elf Ligue 1 Partien bisher drei Tore und bereitete drei weitere vor. Und was für Treffer es waren!


Das erste Marke Klaus Fischer zum 2:1 gegen GFC Ajaccio und das zweite im Stile von Szabolcs Huszti – wie einst gegen Werder Bremen – per Seitfallzieher zum 1:0 gegen den FC Lorient.

Briand hat scheinbar sein Glück in seiner Heimat wiedergefunden. Ihm dafür weiterhin alles Gute. Traurigerweise hätte 96 einen solchen treffsicheren und engagierten Mittelstürmer aktuell gut gebrauchen können…

Andreasen, Prib und Ya Konan – Das Heilsbringertrio für den sportlichen Erfolg?

Didi is back! Gestern trainierte der Rückkehrer zum ersten Mal mit der Mannschaft mit. Damit werden Hoffnungen laut, dass er schon am Samstag beim enorm wichtigen Kellerduell gegen den VFB Stuttgart zur Verfügung stehen kann. Aber ein Einsatz von Beginn an ist wohl noch auszuschließen, da er den Trainingsrückstand noch nicht aufgeholt und die nötige Fitness noch nicht erreicht haben wird.

Ya Konan hatte bei seinem letzten Arbeitgeber Al-Ittihad, sein letztes Spiel Mitte Oktober absolviert. Insgesamt schaffte er es bei seinem kurzen Intermezzo in Saudi Arabien auf nur fünf Einsätze und zwei Tore. Die letzten Spiele bestritt er gar nicht mal mehr beim saudischen Topclub. Dadurch dürfte ein enormer konditioneller Rückstand aufgekommen sein und natürlich hat die saudische Professional League nicht mal annäherend Bundesliganiveau. Didi als möglichen Heilungsbringer für die nächsten Spiele und Wochen zu sehen, ist somit vollkommen übertrieben. Möglicherweise wird es gegen die Stuttgarter zu einem 15. minütigen Kurzeinsatz reichen. Das Korkut ihn aber langfristig als mögliche Sturmalternative zu Joselu sieht, ist aber eher nicht zu erwarten. Bisher hat der Trainer auch bei schwächeren Auftritten zu Joselu gestanden und ihn immer wieder gebracht. Der Spanier dankte es dem Trainer und traff zuletzt ja auch im Spiel gegen die Kölner. Ein unfitter und noch nicht hundertprozentig in die Mannschaft integrierter Ya Konan wird an der Position Joselus im Sturmzentrum nicht mehr viel ändern können. Damit dürfte der Ivorer für den Rest der verbleibenden Saison eher zur Alternative auf der rechten Außenbahn werden. Diese Position hat er bei 96 in der Vergangenheit schon öfters ausgeführt. Aufgrund der bescheidenen Leistungen von Jimmy Briand könnte Didier Ya Konan in den nächsten Wochen zum Konkurrenten Briands auf dieser Position werden. Der Vertrag des Fanlieblings läuft jedoch Ende der Saison aus, ob Ya Konan über diese Saison noch weiter beschäftigt werden wird, ist äußerst fraglich. Dabei spielt es sicherlich auch eine Rolle, ob er bis dahin Argumente auf dem Platz für einen weiteren Verbleib bei den Roten sammeln konnte.

Auch Edgar Prib und Leon Andreasen stehen den Roten wieder zur Verfügung. Beide kammen auch bereits in Köln zu ihren ersten Einsätzen nach ihrer Verletzungspause. Prib spielte bereits gute 20 Minuten. Andreasen kam in der 90. Minute für Jimmy Briand, um gegen die Uhr in Unterzahl zu arbeiten. Insbesondere auf den erfahrenen und routineierten Andreasen wird viel Hoffnung gesetzt. Er bringt als Spieler die nötige Power, Qualität und körperliche Stärke mit, um den Roten im anstehenden Abstiegskampf mit diesen Eigenschaften erfolgreich weiterhelfen zu können. Der 31-jährige Däne wird als Startelf Kanditat für die Partie am Samstag gehandelt. Die Hoffnungen ruhen also auch auf ihn als möglichen Heilsbringer für die nächsten Partien. Ob er allerdings die nötige Form erreicht und seine Qualität immer noch ausreicht, wird sich auch erst zeigen müssen. Allerdings hat sich Andreasen bei 96 stets als Kämpfertyp erwiesen und damit darf man sich berechtigte Hoffnungen auf die Einsätze und Aktionen Andreasens machen. Für ihn geht es in den verbleibenden Partien auch persöhnlich um viel. Die Nummer zwei kämpft wie Ya Konan um einen neuen Vertrag bei Hannover 96. Starke Leistungen in den kommenden Wochen könnten somit die Tür für einen neuen Kontrakt öffnen. Man darf gespannt sein!

Prib ist der dritte im Bunde des möglichen Heilsbringertrios! Er bringt nicht so viele Lorbeeren und positive Argumente wie Didi oder Leon mit, da beide ja schon eine starke Vergagenheit bei 96 haben. Dennoch kann der 25-jährige als heimlicher Heilsbringer oder wichtiges mannschaftliches Element für die nächsten Wochen erweisen. Der Ex-Fürther ist schnell, technisch beschlagen und variabel einsetzbar. Vor allem letzteres kann sich als besonders wichtig herausstellen. Prib kann im linken Mittelfeld, defensiven Mittelfeld und in der linken Verteidigung spielen. Die linke Seite erweist sich bisher in der laufenden Saison als Schwachpunkt. Kiyotake konnte im linken Mittelfeld nur selten überzeugen, Miiko Albornoz auf der Position des linken Verteidigers eigentlich überhaupt nicht. Nach anfänglich gutem Start wurde die linke Abwehrseite kontinuierlich zum Problemfall. Weder konnte Albornoz Flanken über seine Seite verhindern, noch konnte der Chilene wichtige Zweikämpfe im Eins gegen eins für sich entscheiden. Prib könnte links hinten dieses Abwehrloch stopfen und so die zuletzt anfällige Defensive stabilisieren. Mit seiner starken Technik und Schnelligkeit ist auch er immer ein wichtiger Offensivposten. Eddie ist immer gut für Tore und wichtige Vorlagen. Hoffentlich erreicht auch er die nötige Form, um seine Stärken gezielt ausspielen zu können.

Drei Kandidaten – drei mögliche Heilsbringer für den sportlichen Turn around. Alle drei bringen wichtige qualitative Elemente in die Mannschaft ein und erweisen sich so als starke Alternativen zum bisherigen Personal. Ob diese individuelle Qualitäten jedoch erfolgsversprechend eingesetzt werden können, hängt nicht nur von den einzelnen drei Personen ab, sondern auch von den anderen Mitspielern. Fußball ist ein Mannschaftssport (3€ ins Phrasenschwein) – somit kommt es nicht auf einzelne Individualisten sondern auf das gesamte mannschaftliche Gefüge an. Die mannschaftliche Leistung muss sich im Vergleich zu den letzten Wochen deutlich steigern, erst dann wird sich die individuelle Klasse einzelner Akteure auf dem Feld erfolgsorientiert bemerkbar machen können. Dabei können die drei genannten Profis diesen sportlichen Unterschied herbeiführen. Schaun wir mal, ob und wer sich als Heilsbringer aus diesem Trio empfehlen kann.

1. FC Köln – Hannover 96 oder Heim- gegen Auswärtsschlafis

Der Karneval ist seit Mitte dieser Woche zu Ende und auch in der Karnevalshochburg Köln kehrt langsam der spröde Alltag ein. Auf dem Platz hatten die Kölner zum Ende der Karnevalszeit aber nur wenig zu feiern. Etwas verkatert stehen sie wohl immer noch da, nach der Niederlage im Rheinderby gegen die Gladbacher Borussia und dem Platzsturm der eigenen Fans im Borussia-Park. Die Woche war im Zeichen des FC also mit wenig erfreulichen Nachrichten gespickt. Nun also wollen die Kölner im Heimspiel gegen die Roten wieder anfangen positive Schlagzeilen zu schreiben.

Doch es sieht nicht gut aus in der Heimat des Geißbocks. Nur einen Sieg konnten die Kölner bisher im eigenen Rund einfahren (8. Spieltag: 2:1 gegen Borussia Dortmund). Zuletzt gelang der Truppe um Trainer Peter Stöger immerhin in den letzten drei Heimspielen jeweils einen Zähler zu holen. Doch die 0:0 Spiele im Dreierpack sind natürlich zu wenig, um vorzeitig die entscheidenden Punkte für den Klassenerhalt zu sammeln.

Beste Chancen also für Hannover 96 bei den Heimschwachen Kölnern endlich mal Auswärts zu punkten. Doch die Roten bestechen diese Saison auch nicht gerade mit euphorischer Spielweise in fremden Spielstätten. Erst zwei Auswärtssiege (!) und damit zugleich nur sechs Punkte konnten in der Fremde mitgenommen werden.

Das 18:30 Topsiel am Samstagabend ist somit das Duell der Heim- gegen Auswärtsschlafis. Hört sich nicht gerade nach einem sehenswerten Duell an und wenn beide Teams wie zuletzt auftreten, wird dies wohl möglich erneut ein 0:0 im Rhein Energie Stadion. Was aber dagegen spricht, ist der Wille beider Mannschaften ihre sieglose Zeit endlich hinter sich zu bringen, Punkte im Abstiegskampf gut zu machen und den Konkurrenten nach unten hinein zu reißen.

Taktisch wird sich bei 96 nicht viel ändern. Tayfun Korkut schwört weiterhin auf das 4-5-1 Spielsystem. Joselu also weiterhin nur als Alleinunterhalter im Sturmzentrum. Die Hoffnung mit zwei Stürmern offensiver zu agieren und mehr Druck auf die Kölner Betonabwehr auszuüben, ist somit erst einmal vergebens. Lars Stindl verbleibt auf der Zehner Position. Mögliche Wechsel könnten auf den Außenbahnen stattfinden, wo Briand und Kiyotake zuletzt eher durchwachsene Auftritte gehabt hatten. Bittencourt wäre eine Alternative für eine der beiden Außenpositionen. Interessant wäre eine taktische Lösung mit Hiroki Sakai auf der rechten Außenbahn. Dieser könnte seine offensiven Qualitäten endlich mal zur Geltung bringen und mit guten Flanken Joselu oder einen später eingewechselten Artur Sobiech in Szene setzen. Ein Einsatz von Edgar Prib von Beginn an kommt noch nicht in Frage. Genauso wenig für den ebenfalls wieder genesenen Leon Andreasen. Beide sind nur Optionen für die letzten 20. Minuten. Umstellungen wird es aber ganz sicher im defensiven Mittelfeld geben. Durch die Gelb-Sperre von Christian Schulz wird Salif Sané für ihn die Position in der Innenverteidigung bekleiden. Neben Manuel Schmiedebach wird wohl somit Ceyhun Gülselam zum Einsatz kommen. Maurice Hirsch wäre ebenfalls eine denkbare Alternative. Taktisch passt Gülselam aber besser, da er seine Größe und Kopfballstärke sowie seine defensiven und kämpferischen Qualitäten in diesem Spiel besser zur Geltung bringen kann. Dadurch entlastet er Manuel Schmiedebach, welcher heute eher den offensiveren Part wird einnehmen können. Auf der Position des rechten Verteidigers verbleibt Joao Perreira, welcher somit zunächst einmal Hiroki Sakai verdrängt haben dürfte.

Peter Stöger stellt seine Kölner Mannschaft von einem 4-5-1 Spielsystem auf ein offensivereres 4-4-2 Spielsystem um. Mit Osako als zweiten Stürmer möchte man mehr Druck auf die Innenverteidigung der Roten ausüben und diese zu Fehlern zwingen. Ujah verbleibt trotz schwacher Leistungen im Sturmzentrum. Der Nigerianer hatte zuletzt am 15. Spieltag getroffen, ist aber mit sechs Saisontreffern der erfolgreichste Kölner Akteur. Im Mittelfeld hat Stöger keine Änderungen in Sicht, da die vierer Achse aus Halfar, Vogt, Lehmann und Risse bereits optimal eingespielt ist. Die Spezialität der Kölner dürfte ihr schnelles Konterspiel über die Außenbahnen sein.

Um endlich einen Auswärtsdreier und damit auch den ersten Sieg im neuen Jahr einzufahren, muss das Team von Trainer Tayfun Korkut durch schnelles und direktes Spiel in die Spitze auffallen. Nur so lässt sich das Kölner Defensivbollwerk aushebeln. Zudem besteht die Möglichkeit verstärkt über die Außenbahnen anzugreifen. Insbesondere die rechte Außenbahn erweist sich mit Pawel Olkowski als verwundbar. Aufpassen müssen die Roten auf die schnellen Konter der Domstädter. Hierfür eignet sich Ceyhun Gülselam optimal als defensive Absicherung. Gülselams Aufgabe dürfte es sein, die Konter der Kölner zu unterbinden und das Zentrum mit kontinuierlichem Pressing zu entlasten. So könnte ein erfolgreiches taktisches Konzept am heutigen Abend aussehen.

Hoffen wir, dass es kein langweiliges und schlaffes Spiel des Heim- gegen Auswärtschlafis gibt. Im Gegenteil, es wird Zeit für unsere Truppe endlich mal das Attribut des Auswärtsschlafis abzulegen und den Turn around einzuleiten. Die Kölner haben zuletzt viel gefeiert, es wird jetzt mal Zeit, dass die Roten endlich wieder mal feieren.