Die Jugend bringt den Erfolg! – Bech und St. Maximin lösen die Probleme auf den Außenbahnpositionen

Mit der Einwechslung von Uffe Bech und Allan Saint-Maximin für Felix Klaus und Manuel Schmiedebach wechselte Trainer Michael Frontzeck nicht nur den späteren Sieg beim Hamburger SV ein, sondern fand womöglich auch seine bisher beste Spielformation. Im zweiten Spielabschnitt lieferte 96 nicht nur seinen besten Saisonauftritt ab, sondern konnte zum ersten Mal auch erfolgreiche Ansätze für eine funktionierende, offensive Spielkultur nachweisen.

Die Außenbahnpositionen, ein Problemfall und die verpasste Chance Offensivpotential erfolgreich zu nutzen 

Die beiden jungen Neuzugänge aus Dänemark und Frankreich verdeutlichten und lösten zugleich das aktuelle 96-Problem im 4-2-3-1 Spielsystem, an dem bisher alle Auftritte des Teams in der Saison krankten: das nicht vorhandene Offensivspiel über die Außenbahnen.

Folglich konnte sich das Team bisher wenig Torchancen erarbeiten und damit auch die Stürmer nie erfolgreich in Szene setzen. Insbesondere ein Stürmertyp wie Mevlüt Erdinc braucht starke Außenbahnspieler, welche ihn mit Flanken und klugen Pässen in die Tiefe füttern. Erst dann kann der türkische Nationalspieler seinen schon in der französischen Ligue 1 erprobten Torriecher unter Beweis stellen.

Bisher nur Fehl- und Falschbesetzungen auf den Außenbahnpositionen

Versuche mit Kenan Karamann, Felix Klaus, Edgar Prib und Leon Andreasen über diese Positionen zu agieren brachte innerhalb der bisherigen Elf Partien wenig Erfolg ein, unter anderem auch deswegen weil ein Spieler wie Andreasen keine Anlagen für ein erfolgreiches Spiel über die rechte Außenbahn besitzt. Der 32-jährige ist dafür weder dynamisch, noch schnell genug, um offensive Aktionen über die rechte Seite einzuleiten. Seine Qualitäten liegen eindeutig im eher defensiven Part, wie er sie bis dato am häufigsten auch im defensiven Mittelfeld erfolgreich ausgeführt hat. Auch dem dänischen Nationaltrainer Morten Olson, welcher Andreasen jüngst wieder für die dänische Nationalmannschaft nominiert hat, ist dieser ungeeignete Einsatz der Nummer zwei von Hannover 96 sofort aufgefallen:

„Leon spielt in Hannover nicht auf seiner besten Position. Die beste ist das defensive Mittelfeld – wie zuletzt nach der Umstellung in Hamburg gesehen. Leon ist kein Außenspieler.“

Bech und St. Maximin nutzen ihre Chance und empfehlen sich als Stammpersonal auf den Außenbahnen

Uffe Bech nutzte nach seiner Einwechslung sofort seine Chance dem Trainer zu signalisieren, dass er zukünftig eher für diese Position geeignet ist als Andreasen. Nach seinem schwachen Auftritt in Mainz und seiner danach folgenden Suspendierung und Nichtberücksichtigung, folgte ein starkes Comeback des 22-jährigen U21-Nationalspielers. Bech spielte dynamisch, schnell, technisch versiert, behauptete Bälle und verteilte diese zügig und ballsicher – Eigenschaften, welche den Roten in dieser Spielzeit bisher komplett abhanden kamen. Clever holte er den Strafstoß gegen Emir Spahic aus und sprühte auch den Rest der verbleibenden Spielzeit immer Spielfreude und Erfolgshunger aus. Damit müsste sich der Neuzugang vom FC Nordsjaelland nachhaltig für die Stammelf in der Partie gegen die Hertha aus Berlin empfohlen haben. Zu eben solchen Vorteilen auch für Andreasen, welcher auch in Hamburg deutlich besser auf der Sechser Position aufgehoben gewesen ist und dadurch wieder langfristig auf diese Position rücken könnte.

Neben Bech strahlte auch der erst 18-jährige Allan Saint-Maximin deutlich mehr offensivere Impulse aus, als zuletzt Karamann, Prib oder Klaus auf der linken Außenbahn. Der talentierte Franzose wies sein ihm nachgesagtes Potenzial auf, indem er seine starke Technik, Dribbelstärke und Schnelligkeit aufblitzen ließ. Auch er wirkte entschlossen, spielte kluge Pässe und brachte Ideen in das zuvor nicht vorhandene Offensivspiel der Roten. Zwar unterliefen ihm teils noch gravierende Fehlpässe, dribbelte er sich auch oft am Gegner fest und arbeitete noch nicht optimal defensiv mit. Dennoch, der Neuzugang vom AS Monaco machte in der kurzen Spielzeit viel Wirbel über seine Seite, war immer Anspielbereit und macht darüber hinaus viel Hoffnung für die weiteren Auftritte von Hannover 96. St. Maximin muss nach diesem gelungenen Auftritt seine Chance in der Startelf gegen die Berliner bekommen.

Mit der Jugend zum Erfolg? – Hat Michael Frontzeck die optimale Elf nun endgültig gefunden?

Der Auftritt der beiden jungen Männer auf den Flügeln macht zumindest erst einmal Mut für die kommende, wichtige Partie gegen die Alte Dame aus Berlin. Wie nachhaltig dieser positive Impuls aus dem Match gegen Hamburg ist, wird sich dann schnell in den nächsten Wochen zeigen, ob Bech und St. Maximin die defizitäre Spielkultur auf den Außenbahnen beheben können. Sollte sich dies nachweislich zumindest als kleiner Erfolg erweisen, so kann man dem Spruch von Michael Frontzeck doch etwas abgewinnen, dass die Mannschaft Zeit brauche. Mit eben dieser hätte sie sich zwar spät, aber letztlich dennoch und vor allem noch rechtzeitig gefunden. Ist der positive Impuls aus der zweiten Halbzeit in Hamburg nur ein kleiner Hoffnungsschimmer gewesen, dann muss 96 spätestens in der Winterpause handeln und neue Spieler verpflichten, welche die Offensivspielkultur auf den Flügeln beleben und die Stürmer in verwertbare Positionen bringen. Denn nur so kann Hannover 96 Spiele gewinnen und dem Abstiegsgespenst frühzeitig von der Schippe springen.

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