Zeit für unpopuläre Maßnahmen – Korkut feuert Felipe!

Es sieht so aus, also ob Trainer Korkut die ersten unpopulären Maßnahmen nach der grauenhaften Heimniederlage gegen den SC Paderborn trifft. Felipe wird aufgrund zuletzt schlechter Trainingsleistungen in die zweite Mannschaft versetzt. Damit setzt Korkut ein Ausrufezeichen und Signal, dass er durchaus bereit ist weitere unbequeme Maßnahmen zu treffen.

Immerhin hat Korkut mit solch einer unpopulären Methode bereits Erfolg gehabt. Ende Juni 2014 versetzte er Salif Sané in die zweite Mannschaft von Hannover 96. Dieser konnte sich immerhin innerhalb von nur fünf Monaten leistungstechnisch wieder in die erste Mannschaft und gar Stammelf zurückkämpfen. Eine Versetzung in die zweite Reihe muss also nicht gleich das Aus bei 96 bedeuten.

Wobei es für Felipe wohl insgesamt um seine Zukunft in Hannover nicht gut bestellt sein dürfte. Von vielen Verletzungen geplagt und in den bisher sehr wenigen Auftritten gerade nicht mit überzeugenden Leistungen aufgetreten, dürfte sich spätestens nach diesem Durchgriff ein Abgang des brasilianischen Verteidigers zum Sommer 2015 andeuten. Schade für ihn und schade für die Roten, da er damals für ca. 2,5 Millionen als designierter Pogatetz Nachfolger verpflichtet wurde, welcher parallel für 2,3 Millionen zum VFL Wolfsburg wechselte. Diese gesteckten Erwartungen in ihn konnte er leider nie erfüllen.

Bei fünf weiteren Innenverteidigern im Kader (Marcelo, Schulz, Sané, Hoffmann und Stankevicius) ist der Konkurrenzkampf um die zwei Positionen in der Stammelf äußerst groß, was mögliche Motivationsprobleme und Unzufriedenheit seitens Felipe erklären könnte. Durch den gelb gesperrten Ausfall von Christian Schulz am kommenden Wochenende wäre Felipe wieder eine Alternative für die erste Elf oder zumindest Ersatzbank gewesen.

Problematisch ist zudem, das Felipe in der Regionalliga nicht spielberechtigt ist, da er kein EU-Bürger ist und keine der Sonderregelungen des DFB auf ihn zutreffen. Damit kann sich der 27 Jahre alte Innenverteidiger keine weitere Spielpraxis aneignen, um sich nachträglich für die erste Mannschaft empfehlen zu können.

Interessant wird nun zu beobachten sein, wie die Mannschaft auf die Versetzung Felipes reagiert. Hat dies Auswirkungen auf die Trainingsleistungen der Akteure oder aber reagieren einzelne Profis gar nicht oder nahezu unberührt auf die disziplinarischen Handlungen des Trainers? Werden gar weitere Versetzungen in die zweite Mannschaft folgen?

Wir werden es in den nächsten Tagen erfahren. Auf jeden Fall lässt sich die Reaktion Korkuts als mutige Entscheidung charakterisieren. Hoffentlich trifft er hier die richtige(n) Entscheidung(en), denn sonst könnten sich gar solche unpopulären Maßnahmen als kontraproduktiv für den Teamgeist und die mannschaftliche Geschlossenheit auswirken. Gerade jetzt in der Krisensituation und dem bevorstehenden Abstiegskampf kommt es gerade auf diese besonderen Tugenden an.

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